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Publikationen des VFS - AVF

 

Über den Sinn und Zweck von Anthologien hat es schon genügend kluge Auseinandersetzungen

gegeben - fest steht, daß sie in einem Verband die sog. corporate identity stärken und darüberhinaus

überhaupt Autoren zusammenführen, um den Lesern eine konzentrierte Vielfalt zu offerieren.

 

 

Seit seinem Bestehen hat der Verband - auch als literarische Plattform für seine Mitglieder -

 eine Reihe von Anthologien herausgebracht:

 

Die fränkische Kette (1967/70)

Plural I-IV (1971-73)

Ohne Denkmalschutz (1970)

Monolog für Morgen (1978)

Der große Hunger heißt Liebe (1981)

Unterwegs (1985)

Zeitenecho (1989)

Vertraut und fremd (1993)

Danach (1996)

Ausschauen (2000)

Stimmen die durch Wände dringen (2006).

 

 

Anthologie 'Stimmen die durch Wände dringen'

 

DiePräsentation fand im Oktober 2006 anläßlich einer öffentlichen Lesung  in Bad Rodach statt.

Unsere Anthologie, die Texte aller Genres von 29 AVF-Autoren enthält, ist in allen Buchhandlungen

oder direkt beim Verband erhältlich. Bei einer Bestellung über den Verband wenden Sie sich bitte

an unseren 1. Vorsitzenden ( schreiber.space@gmx.de )!

 

'Stimmen die durch Wände dringen'
186 Seiten, broschiert
 Books on Demand GmbH, Norderstedt
Preis: 9,90 Euro
ISBN 10: 3-8334-6172-1
ISBN 13: 978-3-8334-6172-9

 

 

 

Essenz für humanes Zusammenleben

(Leserbrief: ME 3. Dezember 2007)

 

Was ist Kultur?!
Wenn sich Bildungstheoretiker oder Kulturverwalter über Kultur unterhalten,
haben sie normalerweise zweierlei im Sinn: 1) eine Kultur mit traditionellem
Anspruch 2) eine Kultur, die Geld kostet. Egal ob man dabei an Schule oder
die allgemeine Freizeitgestaltung denkt: Kultur darf nicht von Institutionen
mit ernst dreinblickenden Sachwaltern und Förderrichtlinien nach einem
Eliteverständnis abhängen! Wir sollten vielmehr davon ausgehen, daß
grundsätzlich jeder Mensch ein Bedürfnis nach Kultur hat bzw. haben könnte -
und daß jeder Mensch selbst ein Kulturschaffender sein kann. Eingedenk des
Spruchs von Joseph Beuys "Jeder Mensch ist ein Künstler" sollte man
einerseits seine alltägliche Lebensgestaltung als eine Art Kunst
betrachten - und andererseits den jungen Menschen in den Schulen und den
Erwachsenen im Berufsleben oder im Ruhestand Impulse vermitteln, wie sie
sich auf verschiedenste Art und Weise als "Kulturwesen" verwirklichen
können. Musizieren, malen, schreiben - bis hin zur sog. Hobbykunst - jede
Art von Kreativität stärkt unser Selbst-Bewußtsein und entwickelt unsere
autonome Persönlichkeit. Wer selbst künstlerisch tätig ist oder regelmäßig
am Kulturleben teilnimmt, wird frei im Kopf und entwickelt Sympathien und
Solidarität mit den Mitmenschen als ganzheitliche Lebewesen. Kunst bzw.
Kultur darf auch in der Schule nicht zu einem Nebenfach verkommen, in dem
man eine mehr oder weniger ernstgenommene Note bekommt. Wir dürfen die
Schüler nicht zu arbeitsteiligen Ökonomiesklaven vergewaltigen - wir sollten
das kreative Potential eines jeden stimulieren. Freilich fällt es in der
heutigen völlig überreizten Medienlandschaft oft schwer, die Geduld und die
Muße für die Muse aufzubringen - die Spaßgesellschaft fordert ihren Tribut.
Wie können wir jungen Menschen vermitteln, daß Kultur Spaß macht?! Und
welchen Kulturbegriff wollen wir ansetzen?! Wahrscheinlich sollten wir neben
dem Oratorienchor auch das Karaokesingen akzeptieren - und neben der
Dichterlesung in der Alten Oper auch den Poetry Slam im JuKuZ. Vor einigen
Wochen las ich den Satz: "Kultur muß sich rechnen" - das ist wohl die
engstirnige Ideologie einer kapitalismusverdorbenen Gesellschaft. Wahre
Kultur kommt aus dem Inneren der Menschen - unabhängig von finanziellen
Zwängen. Kultur entsteht nicht durch Behörden oder Aktiengesellschaften -
Kultur entfaltet sich in Freiräumen. Und noch einmal: Kultur ist kein naives
Beiwerk im gesellschaftlichen Alltag - Kultur ist die existentielle Essenz
für ein humanes Zusammenleben!       KHS